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Peter Ruzicka wird 60

Er sei ein Meister der Mehrgleisigkeit, ein Mann vieler Tugenden und Talente, urteilte das Hamburger Abendblatt in einem Porträtartikel für den ehemaligen Chef der Hamburgischen Staatsoper Peter Ruzicka. Seine Biographie als Komponist, Intendant, Manager und Autor ist einzigartig. Am 3. Juli wird Peter Ruzicka sechzig.

Geboren wurde er am 3. Juli 1948 in Düsseldorf. Von 1963 bis 1968 erhielt er am Hamburger Konservatorium eine instrumentale und theoretische Ausbildung (Klavier, Oboe, Kompositionstheorie). Nach dem Abitur schloss sich bis 1976 ein Studium von Rechts- und Musikwissenschaften in München, Hamburg und Berlin an (Diss. Berlin 1977). Für seine Kompositionen erhielt er 1969 den Förderungspreis der Stadt Stuttgart (für die Kantate „Esta Noche“) und wurde 1970 Preisträger im Internationalen Kompositionswettbewerb "Béla Bartók" in Budapest (für das Streichquartett ‘...fragment...’ ), 1971 im "International Rostrum of Composers", Paris (für das Orchesterwerk ‘Metastrofe’ ), und 1972 im "Internationalen Gaudeamus-Wettbewerb" (für ‘In processo di tempo...’ ). 1972 wurde er mit dem Bach-Preis-Stipendium der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Seit 1990 ist Peter Ruzicka Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Der Komponist ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Von 1979 bis 1987 wirkte Peter Ruzicka als Intendant des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin, von 1988 bis 1997 als Intendant der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. 1996 übernahm er als Nachfolger Hans Werner Henzes die künstlerische Leitung der Münchener Biennale und wurde daneben im Jahre 1997 Künstlerischer Berater des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. 1999 wurde er zum Präsidenten der Bayerischen Theaterakademie berufen. Von 2001 bis 2006 übernahm Ruzicka als Intendant die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele.

Als Dirigent eigener und fremder Werke leitete Peter Ruzicka u.a. das Deutsche-Symphonie-Orchester Berlin – mit dem er CD-Produktionen von Werken Mahlers, Schrekers und Pettersons eingespielt hat –, das Royal Concertgebouw Orchester Amsterdam, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das NDR-Sinfonieorchester – mit dem ein CD-Zyklus von zwölf Orchesterwerken von Hans Werner Henze entstand –, die Bamberger Symphoniker, das RSO Stuttgart, das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das WDR Sinfonieorchester Köln, das hr-Sinfonieorchester Frankfurt, das MDR Sinfonieorchester Leipzig, die Münchener Philharmoniker, das Orchester der Deutschen Oper Berlin, die Deutsche Kammerphilharmonie, das Dänische Nationalorchester, die Tschechische Philharmonie, das RSO Wien, das Mozarteum-Orchester Salzburg, das Gulbenkian Orchester Lissabon und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokyo.

Lyrische Introspektion, Emotionalität und ein komplexer philosophischer Unterbau prägen Ruzickas Kompositionen. Am 3. Juli 2008 kommt es in Bad Kissingen im Rahmen des Festivals Kissinger Sommer zur Uraufführung von Peter Ruzickas „Erinnerung und Vergessen“ für Streichquartett und Sopran, seinem 6. Streichquartett. Mit großer Spannung wird zudem die Uraufführung seiner zwieten Oper „HÖLDERLIN“ am 16. November 2008 an der Deutschen Staatsoper Berlin erwartet.