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Das Minguet Quartett hob Peter Ruzickas 6. Streichquartett „Erinnerung und Vergessen“ aus der Taufe

Am 3. Juli, dem 60. Geburtstag des Komponisten, Dirigenten und Intendanten Peter Ruzicka, brachten das Minguet Quartett und die Sopranistin Eun-Kyung Um das neue Streichquartett Nr. 6 „Erinnerung und Vergessen“ von Ruzicka beim Kissinger Sommer 2008 zur Uraufführung.

Die Saale-Zeitung kommentierte das Konzertereignis mit folgenden Worten:

„Das 6. Streichquartett besteht aus sechs Sätzen und ist mit ‚Erinnerung und Vergessen’ überschrieben. Es enthält Textteile aus einem der letzten Gedichte von Friedrich Hölderlin, ‚Die Nymphe Mnemosyne’. Mnemosyne war in der griechischen Mythologie die Tochter des Uranos und der Gala, gehörte zu den Titanen und galt als Göttin der Erinnerung. Nach dem Dichter Hesiod ist sie die Mutter der neun Musen, die sie dem Zeus in Plerien am Olymp gebar. Für Peter Ruzicka blickt dieses Quartett tief zurück in sein musikalisches Denken in der Zone zwischen Vergessenem und Erinnertem, ist ein Spiegel in der Entwicklung seines ästhetischen Bewusstseins.

Für den Zuhörer ist dieses halbstündige Werk eine faszinierende Begegnung. Und zwar zunächst einmal durch seine extremen technischen Anforderungen in der Umsetzung, die von allen Beteiligten die größte Konzentration erfordert, weil es das Wiedersehen bei der Fermate nur selten gibt. Dann durch die fantastischen Klangbilder, seien es Flageolettpassagen, ganz feine Glissandi, Col-legno-Partien (...) Vor allem aber sind es die Stimmungen, die durch diese Klangbilder entstehen, die zwar von einer Explosion eingeleitet werden und phasenweise starke Nervosität verbreiten, die sich aber über weite Strecken in einem dynamisch geheimnisvollen Bereich bewegen, der das Zuhören geradezu erzwingt, der die Fantasie beteiligt, vor allem, wenn sich die vier Instrumente vereinzeln.

Andererseits ergibt sich aber ein so hochkomplexes Bild, dass man sich im Verlauf der ersten Sätze immer mehr fragte, wie da die Singstimme ihren Platz finden und behaupten will. Aber sie fand ihn. Denn Ruzicka führt sie nicht deklamatorisch ein, sondern als fünftes Instrument, das ein modulierendes ‚A’ singt und erst langsam zum Text findet und diesen auch nur bruchstückhaft, versetzt mit weiteren Vokalisen, fortsetzt. Ruzicka hat nicht den gesamten Hölderlin-Text verwendet, sondern nur den Anfang und größere Teile des Schlusses, am Schicksal der Homerischen Kriegshelden die Vergänglichkeit beschwörend.“