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Mandelring-Quartett schließt Gesamteinspielung der Schostakowitsch-Quartette ab

Hochgelobt wurde die Einspielung der Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch in Einzeleditionen durch das Mandelring-Quartet schon mehrfach. Nun ist die Edition abgeschlossen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe 19.07.2008) schreibt Gerhard Rohde dazu unter anderem:

„(...) Schostakowitschs Streichquartette – die Gattung wurde von der politischen Zensur nicht so beobachtet wie etwa die großen Symphonien oder die Opern – lassen sich als eine Art musikalisches Tagebuch betrachten, darin Persönlichstes eingetragen wurde: Erfahrungen, Leiden, Bedrängungen in einer gefahrvollen Umwelt, aber auch zutiefst Existentielles, etwa in den späten Werken. (...) Das Mandelring Quartett hat in Abständen von jeweils einem Jahr alle fünfzehn Werke aufgenommen (...) Im fünften Streichquartett von 1951 finden sie für die miteinander verbundenen Sätze eine weitgespannte, quasisymphonische Geste, wodurch gleichwohl weder Details noch Kontraste eingeebnet erscheinen. Im Gegenteil: Rhythmische wie kantable Themen wie im ersten Satz werden plastisch gegeneinander abgesetzt, der Gegensatz zwischen den hoch und noch höher spielenden Violinen und den in Klangabgründe sinkenden ‚tiefen’ Instrumenten in der ‚Elegie’ wird fast schmerzhaft erfahrbar. Das siebte Streichquartett (1960), in Erinnerung an Schostakowitschs erste Frau Nina Veruschka, geschrieben, gehört zu den tiefsten und ergreifendsten Todesmusiken unserer Zeit.

Die Mandelrings spielen sie ohne Sentimentalität als wunderbaren großen Klagegesang. Im Streichquartett Nr. 9 gelingt ihnen speziell das abschließende Allegro mit faszinierendem Schwung, das virtuose ‚jonglieren’ mit den verschiedenen Formen und Spieltechniken gewinnt gleichsam artistische Brillanz. (...)

Die Musikszene hat mit der Auflösung des Alban Berg Quartetts einen schmerzlichen Verlust erlitten. Aber auch in der Kunst ‚fließt’ alles: Die Mandelrings hatten schon in ihren Schubert-Einspielungen gezeigt, dass sie das Zeug dazu haben, eine neue ‚Spitze’ der Quartett-Kunst zu besetzen. Diese Schostakowitsch-Aufnahmen demonstrieren, dass sich diese ‚Spitze’ nicht nur auf die Tradition, sondern auch auf die Moderne erstreckt.“

Dmitri Schostakowitsch: Sämtliche Streichquartette Vol. 1-3. Mandelring-Quartett. Audite 92.526/95.527/92.528 (edel)