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NDR-Sendung „neue musik“ für Peter Ruzicka

Literarische Vorlagen sind etliche Male von Komponisten zum Thema ihrer Opern gemacht worden. Verdis Shakespeare-Opern „Macbeth“ oder „Othello“, Bizets „Carmen“ nach Prosper Merimée oder Alban Bergs „Wozzeck“ nach Georg Büchner seien nur einige Beispiele. Dass nicht die literarischen Stoffe, sondern die Dichter selbst als Vorlage einer Opernhandlung dienen, kommt dagegen seltener vor. Der Komponist, Dirigent und Intendant Peter Ruzicka, der am 3. Juli dieses Jahres seinen 60. Geburtstag feierte, hat bislang zwei Opern komponiert und in beiden Fällen Dichterpersönlichkeiten ins Zentrum der Handlungen gestellt. CELAN hieß seine erste auf Paul Celan bezogene Oper, am 16. November 2008 wird seine Oper HÖLDERLIN in Berlin ihre Uraufführung erleben. Die NDR-Sendung „neue musik“ berichtet am 29. Oktober von 21.00 bis 22.00 Uhr darüber und stellt Ruzickas Nietzsche-Gesänge in einer Aufnahme vom Schleswig-Holstein Musik Festival 2007 vor.

Bei den Nietzsche-Gesängen „Die Sonne sinkt“ griff der Komponist, wie er es selbst formuliert, auf „hieroglyphische textliche Zeichen und Spuren, zunehmend aus der allerletzten Zeit des Dichters zurück“, die ihm als Komponisten Leerstellen, will sagen Phrasen großen Freiraums bieten. Diese Textspuren erscheinen ihm durchlässig, weniger für den musikalischen Nachvollzug als für ein gestaltliches Weiterdenken, eine Art „Überschreiben“ des nur fragil Angedeuteten. „Überhaupt“, so Ruzicka weiter, „scheint eine Vertonung von derlei textlichen Fragmenten wohl nur als dialektischer Prozess des Sich-Annäherns und –Entfernens denkbar, ähnlich wie bei der Vertonung Celanscher Poesie.“