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"Jeder Tag ist cool" - Presse zu "Der Kleine Tag in Polen"

Die polnische Erstauffhrung des Musicals "Der Kleine Tag" am 1. Juni 2008 in Breslau anlsslich des Tages des Kindes hat ein begeistertes Presseecho nach sich gezogen. Hier ein Text von Iwona Szajner aus der polnischsprachigen Zeitschrift "der kulturfahrplan":

"Ein Tag, an dem auf Erden nichts Bses passiert ... Gern liest man solche Mrchen, nicht wahr? Doch noch lieber sieht man sie sich auf der Bhne an. Insbesondere in tnzerisch-musikalisch attraktiver Gestaltung und ausgezeichneter Besetzung. Genau wie in der neuesten Produktion `Der kleine Tag` des Breslauer Musiktheaters Capitol, in Szene gesetzt von Andrzej Galla.

Am 1. Juni fand die polnische Erstauffhrung des Musicals aus der Feder des deutschen Autoren-Trios Rolf Zuckowski, Wolfram Eicke und Hans Niehaus statt, ins Polnische bertragen von Ryszard Wojtyllo: Eine wunderschn erzhlte und anrhrende Geschichte mit welch wichtiger Botschaft wesentlich nicht zuletzt fr gestresste Erwachsene.

Machen wir uns also mit dem Geheimnis der Tage bekannt, all der bereits vergangenen und der noch nicht gewesenen. Sie leben im kosmischen Lichtreich vor sich hin und streiten darber, wer von ihnen der allerwichtigste ist. Tglich kommt ein Tag zur Erde, einmal und nicht wieder. Wenn in seiner Zeit Auerordentliches geschieht, wird ihm in der Hierarchie der `tglichen` Gemeinschaft eine hohe Stellung zuerkannt. Der Kleine Tag wartet nunmehr ungeduldig darauf, dass er an die Reihe kommt. Als er scheu, zugleich aber voller Hoffnung am 23. April auf einer verkehrsreichen Strae landet, wei er nicht so recht, was er tun soll. Also beobachtet er einfach das Verhalten der Menschen. Und was sieht er? Spielende Schulkinder, ein zuflliges Treffen von zwei alten Bekannten, ein verliebtes Paar im Park, eine glckliche Familie, einen Vater, der beschliet, fr seinen Sohn Verstndnis aufzubringen. Rundum nichts als das Treiben des Alltags also. Doch der Kleine fhlt, dass er Zeuge auergewhnlichen Geschehens ist. Wenngleich, nach Rckkehr in das Lichtreich, die anderen Tage darber ganz anders befinden. Im Finale stellt sich heraus, dass sie nicht Recht haben.

Kinder sind ein sehr kritisches Publikum, und es ist nicht einfach, ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. In Handumdrehen erfassen sie alle Unvollkommenheiten einer Inszenierung, die Fantasielosigkeit eines Bhnenbildners oder die Schwchen eines Regisseurs. Ohne Rcksicht auf Konventionen geben sie laut und deutlich ihrer Langeweile Ausdruck. Im `Kleinen Tag` kann davon keine Rede sein. Andrzej Galla gab eine Vorstellung, die Kindern und nebenbei auch Erwachsenen voll und ganz gerecht wird. Auf der Bhne ist die ganze Zeit etwas los: vom Geschehen im Kosmos ber den verrckten Umzug auf der Strae, eine Angeltour und ein Lagerfeuer bis hin zu einem Minikonzert mit Heavy-Metal-Musik. Hinzu kommen eine Show mit Tanzeinlagen, ohrwurmverdchtige Lieder und ein interessantes, wenngleich einfaches Bhnenbild.

Den strksten Akzent setzt in der Inszenierung Monika Malec als Interpretin der Hauptrolle (in der Zweitbesetzung vertreten von Ilona Krawczyk). Sie singt und wie! , tanzt und kann in diesem Musical sogar fliegen. Kaum vorstellbar, dass sie erst 16 Jahre jung ist. Im Gesprch vor der Vorstellung verriet sie, dass sie die Rolle des Kleinen Tages als eine echte Herausforderung ansehe. Insbesondere liege ihr daran, die Emotionen des Protagonisten zu vermitteln. Meiner Meinung nach gelingt es ihr geradezu sensationell, bei voller Professionalitt.

Zu einer Produktion fr Kinder gehrt eine klare, verstndliche Botschaft. Zwar ist das Musical fr Besucher ab 8 Jahren vorgesehen, doch auch jngere drften mit dem Stoff kein Problem haben. Mein viereinhalbjhriger Sohn, gefragt ob er wisse, wovon die Vorstellung handele, nickte mit dem Kopf und antwortete nach einem Augenblick des Bedenkens mit aller berzeugung: `Davon, dass jeder Tag cool ist`. Krzer und pointierter lsst es sich kaum fassen."

(kulturaonline.pl der Kulturfahrplan vom 04.06.2008

von Iwona Szajner)