Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

Presse zu „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ von Judith Weir

Am 8. Februar 2009 hatte die Kinderoper „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ auf Kampnagel als neue Produktion der Opera-piccola-Reihe der Hamburgischen Staatsoper Premiere. Die Tageszeitung DIE WELT (Ausgabe 10.2.09) schreibt dazu:

„(...)Auf der Bühne (Nikolaus Webern) teilt ein Baustellenvorhang aus Plastik das abwechselnd im Heute und im späten 15. Jahrhundert spielende Geschehen. Vorne sehen wir ein prächtig verwittertes Grabmal mit einer römischen Inschrift, an dem sich ein schussliges Archäologenteam zu schaffen macht. Bald entwischt daraus eine schwarze Spinne, die, wie wir im Verlauf der Geschichte erfahren, bereits auf gut 500 Jahre Übeltäterei zurückblicken kann.

Denn einst in einem Karpaten-Dorf wuchs sie aus einem Kuss des Grünen Jägers auf die Hand einer jungen Frau, die, obgleich anderweitig verlobt, dem Jäger die Ehe versprach, sollte er das Unmögliche möglich machen und den armen Bauern dabei helfen, die fiese Forderung des Grafen Heinrich zu erfüllen, in sieben Tagen auf Felsengrund einen Wald aus 100 Buchen zu errichten. Der Zauber gelingt, doch der hohe Preis muss mit Zins und Zinseszins noch in der Gegenwart weiter bezahlt werden.

Judith Weir hat zu der Geschichte nach Motiven von Jeremias Gotthelf und einem Zeitungsartikel eine Musik für zehn Instrumentalisten und Gesangspartien für Kinder vor dem Stimmbruch geschrieben. Für die Hamburger Aufführung nahm der musikalische Leiter Benjamin Gordon mit dem Segen der Komponistin weitreichende Änderungen in der Instrumentierung, in der Stimmbesetzung und im Notentext vor, sodass man von einer Rekomposition sprechen muss. Sie ist ihm sehr gut gelungen.

Die drei Kontrabässe in dem kleinen Orchester sorgen für ausreichend Grusel und Geheimnis, die sanft knochenklappernde Perkussion macht manchmal Gänsehaut, und wenn der Gerichtsmediziner in seinem Kittel nach dem Telefon fingert, stimmt die Viola dazu den lieblichen Nokia-Klingelton an. Die überwiegend von Stufenmelodik und Chromatik geprägten Gesangslinien singen die Kinder teilweise verblüffend tonschön und mühelos; weil es ihnen noch an Volumen fehlt, gehen manche Textzeilen im Orchestersatz baden.

Gordon führte sein aus Hamburger Schülern gebildetes Orchester mit Engagement und Präzision. Des Regisseurs Holger Liebig Idee, die böse Spinne eher in der Fantasie des Zuschauers ihr Unwesen treiben zu lassen als auf der Bühne, ist Fluch und Segen zugleich. (...)“