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Judith Weirs „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“: Vorbericht in der WELT AM SONNTAG

Die Wochenzeitung „WELT AM SONNTAG“ hat in ihrer Ausgabe vom 1. Februar einen Vorbericht zur neuen Kinderopern-Produktion der Hamburgischen Staatsoper „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ auf Kampnagel veröffentlicht. Premiere wird am 8. Februar 2009 sein. Im Artikel heißt es unter anderem:

„Die Geschichte kann einen schon schaudern lassen. Plötzlich taucht so ein Achtbeiner auf, von dem wir alle gelernt haben, dass man ihn tunlichst schützen soll, und beißt Menschen tot. In Judith Weirs Oper „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“, die auf Kampnagel als neue Produktion der Reihe Opera piccola am 8. Februar Premiere hat, geht es aber nicht um Artenschutz, auch nicht um Spiderman und eigentlich auch nicht um einen wirklichen Kinderbuchstoff. Die Vorlage zu diesem Stück stammt vom Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Jeremias Gotthelf, der in seiner Rahmennovelle „Die schwarze Spinne“ von 1843 den Faust-Stoff inklusive Teufelspakt auf ein bäuerliches Umfeld seiner Heimat übertragen hatte. „Diese Geschichte wäre so mit Sicherheit nicht für Kinder geeignet“, findet auch der junge Regisseur Holger Liebig.

Die in Großbritannien überaus populäre Komponistin Judith Weir hat deshalb einen Kunstgriff angewandt. Ihre Spinne ist ein Symbol für alles Übermächtige, das uns, ohne rational erklärbar zu sein, begleitet und bedrohen kann. Zu Beginn ihrer Oper erzählt sie von einer geheimnisvollen Graböffnung in Krakau, die in unserer Zeit spielt. „Das hat ähnliche Folgen wie bei der Graböffnung von Tutenchamun“, erklärt Liebig, „weil unbemerkt eine Spinne entweicht und unmittelbar danach mysteriöse Todesfälle auftreten.“ Dann tauchen wir ein in eine andere Welt vor vielen Jahrhunderten, wo der Fluch des mordenden Spinnentiers seinen Ausgang genommen hat. Wie bei Gotthelf führt ein Pakt mit dem Grünen Jäger, der natürlich kein anderer als der schwarze Teufel ist, dazu, dass die Menschen, die ihren Teil des Versprechens nicht eingelöst haben, bestraft werden. „Bei Weir wird allerdings kein ungetauftes Kind vom Teufel gefordert, sondern nur eine Braut.“ (...)

Die kontrastierenden Zeitebenen Mittelalter und Gegenwart trennt Holger Liebig klar. „Wir haben eine Bauplane errichtet, die ein Arbeitsklima schaffen soll, ähnlich wie es auch bei Kirchenrestaurationsarbeiten zu sehen ist. Außerdem unterscheiden sich die Kostüme.“ Graf Heinrich alias Alexander Skvortsov steckt in einer überdimensionalen Ritterrüstung. (...)

In der Musik gebe es Stellen, die sehr schön seien, findet Alexander, aber auch sehr hektische oder traurige, zum Beispiel eine Arie von Christine, als ihr aus der eigenen Hand die gruselige Spinne krabbelt. Vor Spinnen fürchtet sich der tapfere Hauptdarsteller nicht. „Weberknechte nehme ich sogar sehr gern in die Hand.“ Aber das Singen fällt ihm nicht immer leicht. „Wenn man aus dem Takt kommt, ist alles vorbei“, weiß er schon aus Erfahrung.“