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„Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ – Kinderoper von Judith Weir in Hamburg

Am 8. Februar 2009 hat im Rahmen der Reihe „Opera piccola“ die dreiaktige Kinderoper „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“ von Judith Weir auf Kampnagel in Hamburg Premiere. Mitwirkende sind wie immer bei dieser Reihe der Hamburgischen Staatsoper Kinder und Jugendliche aus öffentlichen Schulen Hamburgs.

Judith Weir komponierte „The Black Spider“ 1984 nach der gleichnamigen Novelle von Jeremias Gotthelf und einem Zeitungsartikel aus „The Times“. Der Schweizer Dichter Jeremias Gotthelf schrieb die Novelle um eine mordende Spinne mit deutlichem Bezug auf den Faust-Stoff. Das monsterhafte Wesen hatte der Teufel den Abtrünnigen gesandt. Packend schildert die Novelle die Ausweglosigkeit, in der sich die Betroffenen durch die Gegenwart dieses Geschöpfes befinden.

Zunächst war es noch gelungen, die Spinne in einem Holzbalken gefangen zu halten. Aber die Neugier der Menschen war nicht zu bremsen. Gotthelf erzählt: „’Was, dort im schwarzen Holz?’ schrie die Gotte und fuhr eines Satzes vom Boden auf, als ob sie in einem Ameisenhaufen gesessen wäre. An jenem Holze war sie gesessen in der Stube. Und jetzt brannte sie ihr Rücken, sie drehte sich, sie schaute hinter sich, fuhr mit der Hand auf und ab und kam nicht aus der Angst, die schwarze Spinne sitze ihr im Nacken.“

Auslöser des Unglücks war der Kontrakt einer sorgenvollen Bäuerin mit dem „wilden Jäger“, der ihr zu helfen verspricht, wenn er das erste ungetaufte Kind dafür bekomme. Natürlich hält man sich nicht an diese Vereinbarung und bringt das Kind zur Taufe. Der wilde Jäger aber hatte die Bäuerin Christine zuvor auf die Wange geküsst, und aus diesem immer größer werdenden schwarzen Fleck dringt irgendwann die schwarze Spinne hervor. Das Wesen lässt sich durch nichts vertreiben oder töten. Selbst in seinem Gefängnis in einem Fensterpfosten überlebt es Jahrhunderte. Die Erzählung schließt mit dem Hinweis, dass der entsetzliche Holzzapfen sich noch immer im Hause des diese Geschichte erzählenden Großvaters befinde.

Die musikalische Leitung der neuen Produktion der „Opera piccola“ übernimmt Benjamin Gordon, für die Inszenierung zeichnet Holger Liebig verantwortlich. Die mitwirkenden Kinder stammen diesmal vom Gymnasium Alstertal.