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Schostakowitschs Kammersinfonie op. 110a in Dresden

Schostakowitschs Musik provoziert geradezu eine Deutung, und oft genug liefert der Komponist selbst Hinweise dazu. So widmete er sein 8. Streichquartett op. 110 c-Moll, zweifellos eines seiner bedeutendsten Quartette, den Opfern von Faschismus und Krieg. Von Schostakowitschs Tochter Galina ist die Aussage des Vaters überliefert, er habe es sich selbst gewidmet. Komponiert wurde das Werk im Sommer 1960 während eines Kuraufenthaltes in Gohrisch bei Dresden. Im Dezember 1959 hatten Ärzte Schostakowitsch die Diagnose gestellt, er leide an einer unheilbaren Entzündung des Rückenmarks. Grundlegend für alle Sätze des Quartetts, gestaltgebend vor allem im ersten und letzten, ist das Viertonmotiv d-es-c-h, die Initialen des Komponistennamens.

Rudolf Barschai hat das 8. Streichquartett in einer Kammersinfonie für Streichorchester verwandelt, die die Dresdner Philharmoniker am 13. und 14. Februar unter Leitung von Yutaka Sado spielen werden.