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Romeo und Julia remixed: Das NDR Sinfonieorchester mit Prokofjew

Unter der Leitung des französischen Dirigenten Stéphane Denève bot das NDR Sinfonieorchester am 1. und 2. März einen Ausschnitt aus den Drei Orchestersuiten zu „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew. Die Tageszeitung DIE WELT kommentierte das Ereignis mit den Worten:

„Man könnte diese Geschichte auch von hinten nach vorne lesen oder mittendrin beginnen - ihre emotionale Sprengkraft bliebe unberührt. Shakespeares "Romeo und Julia" hat allein schon deshalb etliche Vertonungen erfahren. Der französische Dirigent Stéphane Denève, der das NDR Sinfonieorchester im siebten Abonnementkonzert am Montag leitete, hatte sich aus Teilen der drei Orchestersuiten zu Sergej Prokofjews Ballettmusik "Romeo und Julia" eine eigene Satzabfolge zusammengeschnitten.

Geschickt trennte er den Auftritt der rivalisierenden Familien Montague und Capulet in zwei Parts und bettete die Vorstellung von Julia als jungem Mädchen und den Maskenball in dieses beklemmende Umfeld ein. Es ist ein Cluster, mit dem die Blechbläser des NDR Sinfonieorchesters die gegenseitige Aggression der Familien illustrieren, bevor die selbstgefälligen Väter stampfenden Schrittes aufmarschieren und das Terrain für sich behaupten.

Kaum ein anderer Komponist hat eiskalte Gefühllosigkeit härter auf die Verletzlichkeit jugendlicher Seelen und ihrer Liebessehnsucht prallen lassen als Sergej Prokofjew. Ähnlich wie sein großer Mentor Sir Georg Solti war Denève auf einen besonderen Schmelz in der Ausformung von Melodiebögen bedacht, ließ den Holzbläsern im Menuett aber auch viel Raum für ihre blitzend-grellen und verspielt-turbulenten Einwürfe.“