SWR-Music-CD: Schostakowitschs Achte Sinfonie unter Andrey Boreyko

Die 1943 vollendete 8. Sinfonie op. 65 von Dmitri Schostakowitsch entstand genau wie die 7. Sinfonie op. 60 unter dem unmittelbaren Eindruck des Zweiten Weltkriegs. Mit diesen Werken brachte Schostakowitsch seine tiefe Betroffenheit ebenso zum Ausdruck wie mit dem 8. Streichquartett, das er den Opfern des Faschismus widmete.

Die 8. Sinfonie wurde zum Jahrestag der Feierlichkeiten der Oktoberrevolution am 3. November 1943 in Moskau uraufgeführt. Im Vergleich zur Siebten, die den Kampf und die Brutalität des Krieges zum Thema hat, ist die Achte eine Reaktion auf die Tragödie der Gegenwart. Sie sei von Reflexionen des Leidens und vom Schmerz bestimmt, schrieb Sabine Siemon im Jahr 1995 einmal über das Werk. In seiner Einspielung dieses gewaltigen, weit über eine Stunde dauernden Werkes mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR betont der phänomenale Maestro Andrey Boreyko gerade zu Beginn die Schwere, die Bedrückung und den Ausdruck des Leidens. Die aggressive Stimmung des Allegretto-Satzes mit seinen scharfen Piccoloakzenten und Orchesterschlägen setzt dazu eine herben Kontrast. Aber auch hier wird der tragische Gestus aufrecht erhalten.

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 8 c-Moll op. 65
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Andrey Boreyko (Leitung)
SWR Music SWR19037CD

 

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