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Edison Denissow: Neues vollständiges Werkverzeichnis

Zwei Jahre vor dem 90. Geburtstag des Komponisten Edison Denissow und anlässlich des Gedenkens an den 20. Todestag am 24. November 2016 – Denissow starb am 1996 in Paris – geben wir ein vollständiges Werkverzeichnis des Komponisten heraus. 

Edison Denissow gilt unter den russischen Komponisten der Nach-Schostakowitsch-Ära wie Sofia Gubaidulina, Galina Ustwolskaja und Alfred Schnittke als der große Klangpoet, als Meister des differenzierten Kolorits und der feinsten Konturen. Der am 6. April 2009 geborene Komponist zählte neben Sofia Gubaidulina und Alfred Schnittke zu den bedeutendsten Komponisten der russischen Moderne. Zunächst begann er ein Mathematikstudium, bevor er am Konservatorium in Tomsk bei Wissarion Schebalin und Nikolai Peiko Komposition studierte.

Von 1968 bis 1970 arbeitete Denissow im Experimentalstudio für elektronische Musik in Moskau. Er gab private Unterrichtsstunden in Komposition (seine bedeutendsten Schüler waren Jelena Firssowa und Dmitri Smirnow) und lehrte am Moskauer Konservatorium Instrumentation und Partiturspiel, da man ihm aufgrund seiner avantgardistischen Tendenzen keine Kompositionsklasse anvertrauen wollte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Denissow eine Zeitlang Sekretär des russischen Komponistenverbandes und Mitbegründer des Moskauer Ensembles für Neue Musik.

Denissow wurde anfangs von Dmitri Schostakowitsch gefördert, sein eigenes Schaffen grenzte sich aber später immer mehr von dessen Einfluss ab, während er sich zunehmend westlichen Vorbildern der Gegenwartsmusik (vornehmlich aus dem französischen Raum) zuwandte. Denissows umfangreiches Werk ist geprägt von freier Dodekaphonie und mikrostrukturellen Verfahren, womit er einen großen Reichtum an atmosphärischen Klangfarben erzielt.

Denissow ist der Schöpfer zahlreicher Kammermusik, Vokal-, Bühnen- und Orchesterwerke wie etwa dem „Requiem“, „La vie en rouge“ oder der Oper „L’écume des jours“ nach Boris Vian. In „La vie en rouge“ für Singstimme und Kammernesemble nach politischen Texten von Boris Vian gelingt es Denissow einzigartig, die Musikalität der Sprache Vians im Rahmen eines Liedzyklus umzusetzen.

Im Vorwort zum neuen Werkverzeichnis schreibt Ekaterina Kouprovskaia: „Denissows stilistische Entwicklung wesit eine große Stetigkeit auf, ohne Unterbrechungen oder Umwege, immer jedoch evolutionär.“

 

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