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Sergej Prokofjews „Semjon Kotko“ erstmals in den Niederlanden

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Die konzertante niederländische Erstaufführung der Oper „Semjon Kotko“ von Sergej Prokofjew am 26. November 2016 in Amsterdam zählt zu den aufsehenerregendsten Opernereignissen des ausgehenden Jahres 2016. Ausführende sind neben den Solisten (Auswahl) Oleg Dolgov (Tenor, Semjon Kotko), Irina Dolzhenko (Mezzosopran, Chivrja - Semjons Frau) und Alexandra Durseneva (Alt, Semjons Mutter) das Radio Filharmonisch Orkest, der Groot Omroepkoor sowie der Vlaams Radio Koor. Der Dirigent wird Wladimir Jurowski sein, die Chöre leitet Klaas Stok.

Stilistisch ist die Oper eng mit der musikalischen Sprache Prokofjews in seinen beiden großen Ballettmusiken „Romeo und Julia“ und „Cinderella“ verwandt. Prokofjew vollendete das Werk nach der Erzählung „Ich, ein Sohn des arbeitenden Volkes“ von Walentin Katajew 1939. Die Uraufführung der ganz bewusst mit einer politischen Aussage verbundenen, circa dreieinhalb Stunden dauernden Oper fand am 23. Juni 1940 am Künstlertheater Moskau statt.

Ort und Zeit der Handlung ist 1918 in der Ukraine. Der Soldat Semjon Kotko kehrt aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Ihm wird ein freundlicher Empfang bereitet, und er genießt hohes Ansehen bei allen, besonders bei seiner Geliebten Sofia. Auf Anraten seiner Schwester schickt Semjon Brautwerber zum reichen Tkatschenko, Sofias Vater. Dem ehemaligen zaristischen Feldwebel sind die bolschewistischen Brautwerber nicht recht, doch gegen den Willen ihres Vaters willigt Sofia ein, Semjons Frau zu werden. Die Verlobungsfeier wird unterbrochen, als ein deutscher Unteroffizier von den Dorfbewohnern Verpflegung für sich und seine Leute erpressen will. Er wird betrunken gemacht, entwaffnet und davongejagt. Der Vorsitzende des Dorfsowjets rechnet mit einem Vergeltungsschlag und geht als Partisan in die Wälder. Die Deutschen üben schreckliche Vergeltung. Tkatschenko nennt ihnen die Namen der im Dorf verbliebenen Bolschewiki. Iwassenko und Zarjow werden gehängt, Semjon kann mit Mikolka, dem Freund seiner Schwester, zu den Partisanen fliehen. Semjons Hütte wird niedergebrannt, Zarjows Braut verfällt dem Wahnsinn. Monate später berichtet Semjons Schwester den Partisanen von den Repressalien der Deutschen. Sie ruft Semjon zu Hilfe, um Sofia vor der geplanten Heirat mit dem Gutsbesitzer Klembowski zu bewahren. Die Hochzeitszeremonie findet ein jähes, verfrühtes Ende durch eine detonierende Handgranate, die Semjon in die Kirche wirft. Klembowski wird dabei verwundet. Die Deutschen ziehen sich vor den anrückenden Partisanen zurück. Den Verräter Tkatschenko erwartet die gerechte Strafe, und Semjon bereitet sich auf die Fortführung des Partisanenkampfes gegen die Deutschen vor.

Zur Jahrtausendwende hatte Valery Gergiev beim Label Philips eine Gesamtaufnahme der Oper mit dem Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg vorgelegt.

26. November 2016
Amsterdam
Concertgebouw, Main Hall, 12:30 Uhr
Niederländische Erstaufführung (konzertant): Sergej Prokofjew,
„Semjon Kotko“. Oper in Fünf Akten
Oleg Dolgov (Tenor, Semjon Kotko)
Alexandra Durseneva (Alt, Semjons Mutter)
Irina Dolzhenko (Mezzosopran, Chivrja - Semjons Frau)
u.a.
Radio Filharmonisch Orkest
Groot Omroepkoor
Vlaams Radio Koor
Wladimir Jurowski (Dirigent)
Klaas Stok (Chorleitung)

 

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