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Originalmusik zum Film „Iwan der Schreckliche“ erlebt Uraufführung

Am 16. September 2016 kommt es beim Musikfest Berlin im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zur Uraufführung von Sergej Prokofjews Originalmusik zum Film „Iwan der Schreckliche“ als Koproduktion von ZDF/ARTE, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Europäische Filmphilharmonie, Internationale Musikverlage Hans Sikorski und Deutschlandradio Kultur.

Live zu dem in Bild und Ton aufwändig restaurierten Film wird die Rekonstruktion des Dirigenten Frank Strobel durch Marina Prudenskaya (Alt), Alexander Vinogradov (Bass), drei Kinderstimmen, den Rundfunkchor Berlin und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der musikalischen Leitung Frank Strobels präsentiert.

Stilistisch stehen sich Sergej Prokofjews Filmmusiken zu „Alexander Newski“ und „Iwan der Schreckliche“ sehr nah. Es gibt in beiden Soundtracks eine Reihe volkstümlich-nationalrussischer Merkmale, aber auch eine gewisse Anlehnung an die romantischen Vorbilder Michail Glinka und Modest Mussorgski. Prokofjews Musik zu dem in den Kriegsjahren 1943 bis 1945 entstandenen Eisenstein-Film „Iwan Grosny“, wie er im Russischen genannt wird, ist episch-kraftvoll. Eine für Prokofjew typische lyrische Themengestaltung trifft auf subtil ausgefeilte, psychologisierend gestaltete musikalische Porträts der Filmcharaktere sowie volkstümlich Liedhaftes. In „Iwan dem Schrecklichen“ gibt es neben grob-martialischen Gesängen für die Kriegsszenen und üppigen Chören für religiöse Zeremonien auch innig-intime Soli. Sowohl Hochzeits- und Wiegenlieder als auch Fanfaren und Tänze zur Illustration der höfischen Welt durchziehen Prokofjews Partitur.

Der Film behandelt das Leben des Großfürsten Iwan IV., der von 1530 bis 1584 lebte und wegen seiner kompromisslosen Politik, aber auch wegen seiner Grausamkeit den Beinamen „der Schreckliche“ erhielt. Iwan Grosny setzte sich gegen die Macht der Bojaren und der Tataren im Osten und im Süden seines Reiches durch. Er war der erste Großfürst von Moskau, der sich zum Zaren krönen ließ. Unter seiner Herrschaft konnte Russland sein Territorium erheblich ausweiten. In seine Regierungszeit fielen der (erfolglose) Livländische Krieg und die Eroberungszüge nach Sibirien.

Als Folge seiner häufigen Jähzornanfälle brachte er seine erste Frau, möglicherweise auch die zweite durch einen Giftmord und sogar seinen Sohn und Thronfolger Iwan eigenhändig um und sagte später von sich: „Von Adam an bis zu diesem Tag habe ich sämtliche Sünder übertroffen. Bestialisch und verdorben habe ich meine Seele besudelt.“

Während Sergej Eisenstein für den ersten Filmteil, der den Aufstieg des ersten russischen Zaren erzählt, noch mit dem Stalinpreis Erster Klasse ausgezeichnet wurde, fiel der zweite Filmteil (Iwans Entwicklung zum Despoten) der Zensur zum Opfer und wurde erst 1958, zehn Jahre nach Eisensteins Tod, im Zuge der Entstalinisierung öffentlich uraufgeführt.

Der Sender ARTE strahl das Konzert am 31. Oktober 2016 um 22 Uhr aus.

16. September 2016
Berlin
Konzerthaus, Großer Saal, 18:30 Uhr
(Konzerteinführung mit Steffen Georgi, 17:15 Uhr)
Uraufführung: Sergej Prokofjew / Frank Strobel,
Originalmusik zum Film „Iwan der Schreckliche“
Präsentation des restaurierten Films mit Live-Orchester
Marina Prudenskaya (Alt)
Alexander Vinogradov (Bass)
3 Kinderstimmen
Rundfunkchor Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Frank Strobel (Leitung)

 

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