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Georgi Dmitriew starb am 15. Juli 2016

Am 15. Juli 2016 starb der 1942 in Krasnodar geborene Komponist Georgi Dmitriew im Alter von 73 Jahren. Der einstige Kompositionsschüler von Dmitri Kabalewski, der später selbst am Gnessin-Institut und dem Moskauer Konservatorium unterrichtete, war lange Jahre Vorsitzender des Moskauer Komponistenverbandes und setzte sich sowohl für die russische und westliche Avantgarde als auch für die orthodoxe Sakralmusik ein.
Zu Dmitriews wichtigsten Werken gehören die farbenreiche musikalische Fantasie für zwei Streichorchester und Schlagzeugensemble „Packeis – Treibeis“, ein Russisches Intermezzo für Bajan solo, die Streichquartette Nr. 2 bis 4, 12 Etüden für Marimbaphon, ein Album für junge Trompeter und „Percussionata“ für Schlagzeug solo.
Der Titel des Werkes „Packeis – Treibeis“ ist symbolisch zu verstehen. Dmitriew möchte hier eine für die russische Geschichte und Kultur prägende Thematik verarbeiten. Wie er selbst sagt, soll das Werk den ewigen Kreislauf zwischen „Bewahren“, übertragen auf das schwer schmelzende Packeis, und „Erneuern“, sinnbildlich auf die Bewegung des Treibeises übertragen, darstellen. „... ‚Ledostaw – Ledochod’ ist die Kreuzung einer allgemeinen philosophischen Idee mit einer ausgefeilten musikalischen Konstruktion“, sagte Dmitriew einmal.
Im Sinnbild des Gefrierens verbirgt sich die Bildung des Staates und im Auftauen und Abbrechen einzelner Teile des Eises die Neuordnung nach einer Revolution.  Dmitriews Komposition aber versteht sich nicht als flammende Verehrung der Oktoberrevolution und der Bildung des Sowjetregimes. Als „Packeis – Treibeis“ 1983 komponiert wurde, ereigneten sich im politischen und gesellschaftlichen Leben der Sowjetunion wieder Umbrüche und Veränderungen, die schließlich zur Auflösung der Sowjetunion führen sollten.  
Alexander Iwaschkin schrieb über dieses Werk einmal: „Dmitriew will weder ein Bild der Natur entwerfen noch die Grundgedanken von Lenins Schrift in seiner Musik Gestalt annehmen lassen. Von Lenin übernimmt er nur das allgemeine Modell des dialektischen Prozesses: die Revolution zerstört den alten Staat und schafft gleichzeitig einen neuen.“

 

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