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Jan Müller-Wieland wird 50

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Jan Müller-Wieland, geboren am 30. März 1966 in Hamburg, studierte zunächst Komposition bei Friedhelm Döhl sowie Kontrabass an der Musikhochschule Lübeck. 1988 nahm er ein externes Kompositionsstudium in Köln und Rom bei Hans Werner Henze auf, was für seine spätere Laufbahn vor allem mit Blick auf seine Musiktheaterwerke prägend sein sollte. Zahlreiche Stipendien gaben ihm die Möglichkeit zu ausgedehnten Auslandsaufenthalten. Seit 1993 freischaffend in Berlin tätig, wurde er 2006 als Dozent und 2007 als Professor für Komposition an die Münchner Musikhochschule berufen. Nur selten verzichtet Müller-Wieland auf die Kraft des Wortes und die latent szenische Vision. Das bekräftigt auch seine ausgiebige Beschäftigung mit der Gattung des Melodrams. Seine Musik ist vielfach geprägt von schlagkräftiger, komplexer, auch jazzbeseelter Rhythmik. Mit unsentimentaler, expressiver Geste artikulieren sich Lebenslust und doppelbödiger Humor wie auch Phantasmagorien der Zerstörung oder Konkretionen des Bösen.

Am 30. März 2016 begeht Jan Müller-Wieland seinen 50. Geburtstag. Für das Sikorski Magazin 1/2015 trafen wir den Komponisten in Vorausschau auf seinen 50. Geburtstag Ende 2014 zu einem Interview. Hier sagte er u.a. auf die Frage:

Sie gehören zu einer Komponistengeneration, die zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert ihre eigene Sprache geformt hat. Was ist aus Ihrer Sicht ein besonderes Merkmal dieser Generation, also jener Komponisten, die 2015 bzw. 2016 ihren 50. Geburtstag begehen?

Jan Müller-Wieland: „Über das Generationen-Phänomen kann ich natürlich nur spekulieren. Vielleicht dies: Wir sind mehr oder weniger geprägt von den enormen Umbrüchen der Nachkriegszeit und den Traumata durch Weltkriege und Holocaust. Celans ‚Todesfuge‘ und B.A. Zimmermanns letzte Stücke um 1968 sind sehr wichtig für mich. Auch der streng romantische Ton in Gedichten von Ingeborg Bachmann. Mein Vater war immens musikalisch. Ein Spätheimkehrer. Fünf Jahre Untertage-Bergbau in russischer Kriegsgefangenschaft. Durch aberwitzige Zufälle hat er überlebt. Darüber gesprochen hat er nie. Jetzt erst - Jahre nach seinem Tod – arbeite ich das alles auf, erfahre und begreife mehr. Mein Vater wollte mir aber nichts verschweigen, sondern mich damit nicht belasten. Eine Art Vakuum schließt sich daher für mich inzwischen sukzessiv. Das ist womöglich etwas Typisches für meine Generation und erklärt vielleicht auch das Suchen nach neuen Ursprünglichkeiten meiner Generation. Es ist eine seltsame Form von künstlerischer Freiheit.“

Jan Müller-Wieland erhielt zahlreiche Preise, wie den Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals und den Förderpreis der Ernst-von Siemens-Musikstiftung. Zudem erhielt er namhafte Kompositionsaufträge, u. a. von der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Staatsoper Berlin, der Wiener Kammeroper, der Münchener Biennale, dem Beethovenfest Bonn, den Hamburger Philharmonikern. Seit vielen Jahren verbinden ihn gemeinsame Projekte mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit tritt Müller-Wieland auch als Dirigent auf.

Der Komponist wurde jüngst für den Musikautorenpreis 2016 in der Kategorie „Komposition Musik mit Stimme + ... (Sparte E)“ nominiert, zudem gab der Tonkünstlerverband Bayern (Verlag Neue Musik) bekannt, Jan Müller-Wielands Werk „Fanfare“ für zwei Trompeten mit in die Auswahl für den 5. Band der Reihe „Neue Töne“ aufzunehmen.

Konzert-Highlights im Jubiläumsjahr 2016:

17. Februar 2016
Hannover
NDR, Kleiner Sendesaal, 20 Uhr
Konzertabend mit u. a. Werken Jan Müller-Wielands:
„Lockgesang“ für Fagott und Streichtrio
„Vagabondage“ für Oktett
Ensemble Oktoplus

15. März 2016
Bremen
Sendesaal, 20 Uhr
Konzertabend mit u.a. Werken Jan Müller-Wielands:
„Libero, fragile“ für Violine solo
„Himmelfahrt“ für Viola solo
Elisabeth Kufferath (Violine / Viola)
Jan Müller-Wieland (Moderation)

11. Juni 2016
München
Gasteig, Black Box, 20 Uhr
Uraufführung: Jan Müller-Wieland,
Werk für Schülerensemble
Ju[mb]le — Jugendensemble für Neue Musik, Bayern
Johannes X. Schachtner (Leitung)

4. November 2016
München
Hochschule für Musik und Theater
Geburtstagskonzert für Jan Müller-Wieland
„Ballad of Ariel“ für Violine und Orchester
Hochschul-Sinfonie-Orchester der Hochschule für Musik und Theater München
Ulrich Nicolai (Leitung)

25. November 2016
Hamburg
Freie Akademie der Künste
Porträtkonzert
Uraufführung: Jan Müller-Wieland,
„Father Image“ für Violine und Klavier
Elisabeth Kufferath (Violine)
Jan-Philip Schulze (Klavier)

Fotorechte: Andrea Huber

 

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