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Jens-Peter Ostendorf starb vor zehn Jahren am 7. März 2006

Der 1944 in Hamburg geborene Komponist Jens-Peter Ostendorf starb vor zehn Jahren. Am 7. März 2016 gedenken wir seines zehnten Todestags.

Ostendorf hatte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt die Fächer Musiktheorie und Komposition bei Ernst Gernot Klußmann und Diether de la Motte studiert. 1968 ermöglichte ihm der Bach-Förderpreis, ein Stipendium der Stadt Hamburg, die Mitarbeit im Kompositionsstudio von Stockhausen und die Teilnahme an dessen Kollektivkomposition „Musik für ein Haus”. 1969-78 war Ostendorf Leiter der Bühnenmusik am Hamburger Thalia-Theater. In diese Zeit fällt auch die Mitbegründung der Gruppe „Hinz & Kunzt”, eines insbesondere der Arbeit Hans Werner Henzes verpflichteten Ensembles für szenische Musik. 1972 nahm Ostendorf überdies ein Studium der experimentellen Phonetik an der Universität Hamburg auf.

1973/74 erhielt er das Stipendium „Villa Massimo” der Deutschen Akademie in Rom. Dort befreundete er sich mit dem französischen Komponisten Gérard Grisey, Mitbegründer der Gruppe „L'Itinéraire”, deren materialorientierte Ästhetik Ostendorf seither teilte. Die römischen Werkstattgespräche animierten Ostendorf zu einer intensiven Beschäftigung mit den physikalischen Voraussetzungen der Klangfarbe.  Weitere Einladungen folgten 1976 zu einem Arbeitsaufenthalt in die Villa Massimo und 1977 in die Villa Romana nach Florenz. 1980 arbeitete Ostendorf im Pariser IRCAM und übernahm eine Dozentur für Musiktheorie, Komposition undAnalyse an der Universität Bremen.

Der als Komponist von Filmmusik wurde vor allem aber als Neuerer des Musiktheaters bekannt. Folgende Werke fallen in diese Kategorie: „William Ratcliff“ nach Heinrich Heine, „Murieta“ nach Pablo Neruda, „Der falsche Prinz“ nach Wilhelm Hauff, „Questi fantasmi“ nach Eduardo de Filippo, „Cyranos Mondfahrt“ nach Cyrano de Bergerac und „Der Weltbaumeister“ nach Bruno Taut.

Der Komponist bediente sich assoziativer Klangmittel, zeichnete Bewegungen im darstellenden Raum, Steigerungen und Emotionen musikalisch nach und suchte nach synästhetischen Strukturen. Nicht selten dachte er als Theatermacher in filmischen Kategorien, schaltete Szenen und Bilder ineinander und bezog multimediale Ideen mit ein.

Ostendorf lebte und arbeitete in Hamburg und Formentera/Spanien. Infolge einer unheilbaren Erkrankung versiegte sein Schaffen Mitte der 90er Jahre. Ostendorf starb am 7. März 2006 in Norderstedt bei Hamburg.

Fotorechte: Claudia Bissinger

 

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