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Frank Peter Zimmermann spielt Dmitri Schostakowitschs 2. Violinkonzert

Am 28./29. Oktober 2015 brachten der Geiger Frank Peter Zimmermann und das NDR Sinfonieorchester unter der Leitung seines ehemaligen Ersten Gastdirigenten Alan Gilbert das Violinkonzert Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch in Hamburg zur Aufführung.   Die Tageszeitung „Die Welt“ kommentierte das Konzertereignis u.a. mit folgenden Worten:

„(...) Den Geist des zuweilen bedrückenden 2. Violinkonzerts, das Schostakowitsch im Bewusstsein einer lebensbedrohlichen Krankheit acht Jahre vor seinem Tod schrieb, haben der Geiger Frank Peter Zimmermann und der lange mit dem NDR Sinfonieorchester verbundene Dirigent Alan Gilbert am Donnerstag ganz einzigartig erfasst. Die Kontrabässe zu Beginn des Moderatos leiteten eine lange Kantilene der Solo-Violine in der tiefen Lage ein. Alan Gilbert vermied in diesem dunklen Einstieg jede Tristesse, aber zunächst auch noch jede Aggressivität, die bei Schostakowitsch oft an unerwarteten Stellen lauert. Die breit angelegten Steigerungen konzentrierten sich hier noch stark auf die Solo-Violine, während das Orchester mit stockenden Horneinwürfen, dumpfen Tom-tom-Schlägen und versprengten Holzbläser-Figuren eher begleitende Funktionen ausfüllte. Zimmermann arbeitete die sanften, ausgleichenden Passagen plastisch heraus, die Eindringlichkeit dieser Musik nahm aber stetig zu. Das fröhlich-liedhafte Thema, mit dem der Satz dann ausklang, war ein typisches Beispiel für die bittere Ironie, die Schostakowitschs Musik in vielen Variationen durchzieht (...)
Voll und samtig klang der exzellent vom Solo-Flötisten begleitete Dialog mit Zimmermann zu Beginn des Adagios. Auch hier erhielt die sonore, dunkelschimmernde tiefe Lage der Geige durch Zimmermanns intensives Vibrato ein Höchstmaß an Erregung. In der Solo-Kadenz schwankte der Satz für wenige Augenblicke zwischen dem obligaten Leidensgestus und einer Anklage, die aber sogleich erstickt wurde. Der Übergang zum Finale mit kreischenden Piccoloflöten in höchster Lage hätte danach kaum härter kommen können. (...) Bravourös meisterte Zimmermann die technisch unerhört anspruchsvolle Solokadenz, in der das Sturzhafte, sich Überschlagende dieses sonderbaren Rondos noch einmal auf die Spitze getrieben wird. (...)“
(Die Welt, 31.10.2015)

 

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